Nr. 14 - Die Kraft der Gemeinschaft – Wenn aus Fremden Freunde werden
- deboratassone
- 13. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Heilung geschieht nicht in Isolation. Sie geschieht in Verbindung.
Das haben wir bei Body Voices Basic #2 in Tübingen wieder einmal erlebt. Knapp 30 Teilnehmende kamen als Fremde – und verließen das Wochenende als Gemeinschaft. Als Freundinnen. Als Menschen, die sich gesehen, verstanden und getragen fühlten.
Gemeinsam stark – die Kraft der Gruppe
Sexualisierte Gewalt isoliert. Sie lässt uns glauben, wir seien allein. Dass niemand versteht, was wir durchgemacht haben. Dass wir unser Leid verstecken müssen.
Doch an diesem Wochenende wurde etwas sichtbar, das viel stärker ist als jede Wunde: die Kraft der Gemeinschaft. Die Teilnehmenden haben sich gegenseitig Mut gemacht. Sie haben einander gehalten, wenn Emotionen hochkamen. Sie haben gemeinsam geatmet, getanzt, getönt – und dabei gespürt: Ich bin nicht allein. Wir sind viele. Und zusammen sind wir stark.
Was nach dem Wochenende bleibt
Die Verbindung endet nicht nach drei Tagen. Die Teilnehmenden tauschen sich weiterhin im Gruppenchat aus, treffen sich privat, unterstützen sich auf ihren individuellen Wegen. Aus einer Workshop-Gruppe ist eine echte Gemeinschaft geworden. Und genau das ist das Herzstück von Body Voices: Ein Raum, in dem Überlebende nicht länger Einzelkämpferinnen sein müssen. Wo sie erfahren, dass Heilung in Verbindung geschieht. Dass sie Teil von etwas Größerem sind.
Der Abschied: Ein Moment, der bleibt
Am Ende des Wochenendes haben wir gemeinsam getanzt. Alle zusammen. Es war ein Moment voller Energie, Freude und tiefer Verbundenheit. Wir haben gesehen, wie aus 30 Einzelnen eine Einheit geworden war. Wie aus vorsichtigem Abtasten echte Freundschaft entstanden war. Wie aus Schmerz und Mut etwas Neues gewachsen war: die Kraft, die entsteht, wenn Menschen sich wirklich begegnen. Es war berührend. Es war kraftvoll. Es war ein Zeichen dafür, dass Heilung möglich ist – und dass sie gemeinsam noch stärker wird.
Ein Kunstwerk, das verbindet – über Grenzen hinweg
Teil von Body Voices #2 ist es, einen Brief zu schreiben: an sich selbst, an die eigene Heilung, an die Zukunft. Diese Briefe werden Teil eines gemeinsamen Kunstwerks von Eva Michielin, Künstlerin und Initiatorin von Body Voices, zusammen mit den Briefen einer zukünftigen Body Voices Gruppe. So entsteht eine Verbindung, die über das einzelne Wochenende hinausgeht – eine Gemeinschaft, die wächst, die trägt und die zeigt: Du bist nicht allein, nicht hier, nicht jetzt, nicht irgendwo auf der Welt.
Heilung ist kein einsamer Weg
Body Voices zeigt: Heilung braucht keine Isolation, sondern Verbindung. Keine Scham, sondern Mut. Keine Einsamkeit, sondern Gemeinschaft. Und genau das haben die Teilnehmenden in Tübingen erlebt. Sie haben gespürt, was möglich wird, wenn Menschen sich trauen, gemeinsam zu heilen. Wir sind dankbar für jeden einzelnen Moment. Für jede Träne, jeden Tanz, jedes Lachen. Für die Kraft, die entsteht, wenn Menschen sich wirklich begegnen.
Danke an alle, die Teil dieser Gemeinschaft sind.
Im nächsten Beitrag nehmen wir euch mit in die Zeit nach Body Voices #2: Wie die Nachtreffen die Teilnehmenden weiter begleiten – und warum kontinuierliche Unterstützung so wichtig ist. Bis dahin: Bleibt verbunden.



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